Gehörbildung: Videos

Auch auf YouTube finden sich diverse Angebote zum Thema Gehörbildung, insbesondere im englischsprachigen Bereich "Ear training".

Hier einige Empfehlungen:

"Ear Training/Gehörbildung"

Hochschulniveau. Dieser Kanal hilft beim Diktieren von Tonfolgen etc., indem jedes Beispiel einmal als "Vorspiel-Video" und anschließend als "Lösungs-Video" präsentiert wird.

"Die Gehörbildungsmaschine in Ableton Live" (Krystoffer Dreps)

Hier werden verschiedene kreative Ideen vorgestellt, mit denen man sich in Ableton Live eine eigene Gehörbildungshilfe für Akkordtypen basteln kann.

"Nonverbale Gehörbildung" (Lutz Felbick) (2022)

In der Musikhochschule Münster (WWU Münster) fand 2022 das jährliche Arbeitstreffen der Fachgemeinschaft Hörerziehung/Gehörbildung der Gesellschaft für Musiktheorie (www.gmth.de) statt. Dies wurde verbunden mit einem von der Musikhochschule organisierten Symposium Gehörbildung im Kontext „Hören“ zwischen Berufspraxis und Pflichtfach Interdisziplinarität und Curricula (6.5.-8.5.2022).

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https://www.youtube.com/watch?v=atpUd8ybGbk&list=PL3mf3HH7urh4GakYndI3YlgBI7dnVlHMx&index=10

In der Musikhochschule Münster (WWU Münster) fand 2022 das jährliche Arbeitstreffen der Fachgemeinschaft Hörerziehung/Gehörbildung der Gesellschaft für Musiktheorie (gmth.de) statt. Dies wurde verbunden mit einem von der Musikhochschule organisierten Symposium Gehörbildung im Kontext „Hören“ zwischen Berufspraxis und Pflichtfach Interdisziplinarität und Curricula (6.5.-8.5.2022).

Neben einigen Studierenden waren Lehrende von Musikhochschulen aus der Bundesrepublik anwesend, die sich mitunter als Hochschullehrer seit vielen Jahrzehnten mit dem Unterrichtsfach Gehörbildung befasst haben.

Das hiesige Video ist die Präsentation eine Unterrichtsmethode, die die Orientierung in einem Tonraum von zwei Oktaven zeigt. Frühformen dieser Methode existierten bereits in dem 1844 von Friedrich Fröbel vorgestellten Fingerklavier, das er im Rahmen seiner Mutter und Koselieder für Kinder im Vorschulalter vorschlug. Lutz Felbick entwickelte diese Methode weiter und zeigt in diesem Video nicht nur den elementaren Umgang mit diesem System, sondern auch Möglichkeiten der Orientierung in einer Halbton–Ganztonleiter oder im gesamten chromatischen Raum.

Dieses Methode ähnelt den relativen Solmisations-Methoden der Gehörbildung. Im Unterschied zu diesen wird bei dieser nonverbalen Methode aber auf Diskussionen über die zu singende Zahl beziehungsweise die zu singende Solmisationsilbe verzichtet. Es wird gezeigt, dass man mit diesem Zeichensystem ohne umständliche Erklärungen in weniger als einer Minute das Singen von einfachen Liedern anzeigen und als singende Gruppe sofort hinsichtlich der Tonhöhe und einer einfachen Rhythmik realisieren kann.

Diese für den Elementarunterricht vorgesehene Methode ist für hochkomplexe Musik ungeeignet. Viele Musik-Studierende stehen vor dem Problem, dass sie vor dem Studium einen derartigen Elementarunterricht im Fach Gehörbildung überhaupt nicht oder nur kurz genossen haben. Bekanntlich haben viele Menschen auch wenig oder überhaupt keine Erfahrung mit dem Singen. Auf dem hier vorgestellten Video wird deshalb zu Anfang nicht ein konventionelles Singen empfohlen, sondern das Summen von Tönen in einer für die Studierenden angenehmen Tonlage im Fünftonraum einer Tonleiter. Das Ziel derartiger Übungen ist die innere Tonvorstellung der entsprechenden Tonleiterstufen. Dies geschieht erfahrungsgemäß am besten mit Hilfe der Stimme, die im Zweifelsfalle dann vom Summton startend behutsam in vielen Stunden weiter erkundet werden kann.

Erst in einem weiteren Schritt kann dann die Erweiterung des diatonischen Tonraums erfolgen. Die in diesem Video dargestellte Tonumfang von zwei Oktaven ist für das Verständnis diese Methode nicht zwingend erforderlich, denn es würde zunächst auch die Orientierung innerhalb einer Oktave ausreichen.

Die Erweiterung des diatonischen Tonraums zu komplexeren Tonleitern oder zur Chromatik wäre dann ein weiterer Schritt, der für den Elementarunterricht zunächst sehr lange ausgespart werden kann.

Bei Fragen, Kritik oder Ergänzungen bitte melden: lutz@felbick.de